Was bedeutet Säen?

Aktualisiert: 21. März

Frühlingszeit, Zeit zu säen. Kennst du den Zusammenhang zwischen säen und ernten? Was können wir von der Natur lernen?


Die Tage werden wärmer und länger. Das Licht ist definitiv zurückgekehrt und der Frühling erwacht. Heute ist der Tag und die Nacht gleich lang und der Frühlingsanfang hat aus meteorologischer Sicht am 20. März angefangen. Soeben hat auch astrologisch ein neues Jahr und damit ein neuer Zyklus angefangen.


In der Natur hat das Spriessen und Wachsen begonnen. Wir geniessen das zarte, helle Grün, welches sich zaghaft zeigt. In der unmittelbaren Umgebung sind schon die ersten Magnolien am Blühen und auch die Forsythien sind bereits da. Die Salweide spriesst und zeigt ihre weissen, flaumigen Pölsterchen.


Es ist die Zeit, in der die Gärten wieder auf Vordermann gebracht werden. Die Menschen beginnen die Böden zu bearbeiten, neuer Humus und Kompost bilden die Basis für ein gutes Gelingen.


Kurzum, es ist Zeit zu säen.



Das Wort säen geht auf die indogermanische Wurzel *sē „loslassen“ zurück, aus der gotisch saian, altsächsisch sāian, altfriesisch sea, altnordisch sowie angelsächsisch sāwan hervorgingen; daraus entstammen die althochdeutschen Formen sājan, saiin, sāan, sāwan, sāhen „Samen auswerfen“, aus diesen wiederum die mittelhochdeutschen sæjen, sægen, sēgen, sāgen, saigen, seigen, saien, seien, sæn, sæwen, seuwen, sæhen, schliesslich die frühneuhochdeutschen sewen, sehen, seen, sêen, seyen, segen, sehwen, säyen entstanden, bis sich ab 1661 die heutige neuhochdeutsche Form säen langsam durchsetzte.


Soweit die Wortherkunft, wie Sie auf der Webseite wortbdeutung.info dargestellt wird.


Los Lassen

Interessant ist die ursprüngliche Wurzel, welche auf das Wort loslassen zurückgeht.

Die Menschen haben früher schon gewusst dass wir, nachdem wir das Saatgut aus der Hand gegeben haben, keinen Einfluss mehr nehmen können auf das was entsteht. Voraussetzung ist natürlich, dass wir die Pflanze hegen und pflegen, sie schützen und uns liebevoll um sie kümmern.


Alles was aus einem Samen entstehen kann, ist bereits vollständig in ihm enthalten.


Es ist alles im Samen angelegt, die ganze Schönheit einer Pflanze, die leuchtenden Farben, den Duft den sie ausströmt, die Form die sie annimmt. Aus einem Samen kann nur das wachsen, wofür der Same steht. Aus einem Sonnenblumenkern wächst wieder eine Sonnenblume. Wir legen im Frühling den Samen in die Erde, hegen und pflegen den Samen und die junge Pflanze und freuen uns an dem, was daraus wird. Alleine schon bewusst mitverfolgen zu können wie die Natur spriesst ist ein grosses Geschenk.


Damit der Same keimen kann, braucht es Erde, Wasser, Wärme und auch Licht. Die Mutter Erde ist es, die den Samen trägt und ihm Raum gibt, sich zu entwickeln, zu keimen, zu wurzeln und zu wachsen. Mutter Erde ist der eine Pool,


Auf der anderen Seite braucht es das Licht des Himmels, die wärmende Sonnenstrahlen und das notwendige Wasser, damit der Same keimt und gedeiht. Vater Himmel bildet den männlichen Pool,


Wir Menschen können den Samen nähren, indem wir gut zu ihm schauen, der jungen Pflanze den notwendigen Schutz geben und sicherstellen, dass die Pflanze warm genug hat, um zu überleben. Wir geben dem Samen also Schutz, Nahrung und Wärme.


Über die Sommerzeit wächst die Pflanze heran und zum Sommer-Ende freuen wir uns, das zu ernten, was wir gesät haben. Meist säen wir Blumen für die Freude und Schönheit, oder Pflanzen, die uns ernähren, welche wir essen können oder Sträucher die uns Sichtschutz, Privatsphäre und Schatten spenden. Wir säen um uns selber Schutz, Nahrung und Wärme zu geben. Meist tun wir das unbewusst und dennoch intuitiv richtig, weil die uralten Muster in uns Menschen noch immer aktiv sind.


Schutz, Nahrung und Wärme

Das Konzept von Schutz, Nahrung und Wärme wenden wir automatisch auch auf unsere Familie an. Wir sorgen dafür dass unser Nachwuchs geschützt ist, genährt wird und die Wärme bekommt, die es braucht für eine optimale Entwicklung. Dabei braucht es immer die mütterliche Sorge, welche den Raum gibt und hält (das weibliche Prinzip) und den väterlichen Schutz, welcher die Sippe nährt und im Notfall verteidigt (das männliche Prinzip). Auch hier tun wir Menschen intuitiv das richtige um überleben zu können. Es geht hier nicht darum wer von den Eltern in welcher Rolle ist, es braucht beide Pole für ein gesundes Wachstum.


Das universelle Prinzip des Säens und Erntens gilt in allen Lebensbereichen eines Menschen. Wir können davon ausgehen, dass wir das ernten, was wir säen. Unsere Sprache hat dazu viele Sprichwörter. Ein schönes, welche mir dazu einfällt ist folgendes:



Wenn du einen Rosenstrauch willst,

pflanze keinen Tomatensamen.

Wenn du Freundlichkeit willst,

pflanze keine Gleichgültigkeit.

Antoine de Saint-Exupéry



Übung

Nimm dir einen Moment Zeit und gehe hinaus in die Natur. Such dir einen schönen Platz unter einem Baum. Achte darauf, dass du an diesem Platz willkommen bist und dich wohl fühlst. Wenn du den Impuls hast, nicht willkommen zu sein, dann such dir einen anderen Platz. Dann setzt du dich unter den Baum und atmest ein paar mal ganz bewusst tief ein und aus. Horche in dich hinein und stelle dir folgende Fragen:

  • Bin ich offen und ehrlich zu mir?

  • Bin ich ein Vorbild für andere?

  • Was passiert, wenn ich in den Spiegel schaue? Was sehe ich da?

  • Achte ich auf meine Gedanken und Worte?

  • Wie rede ich? Was sende ich mit meinen Worten in die Welt?

  • Was säe ich?

  • Was werden meine Enkel über mich sagen?

Wenn du Antworten erhalten hast, bedanke dich beim Baum. Er hat dir den Platz unter seiner Krone zur Verfügung gestellt hat. Gib ihm zum Dank etwas zurück (du kannst etwas naturbelassenen Tabak da lassen, oder etwas anderes, was den Baum nährt). Dann verabschiede dich und geh zurück.


Und zum Schluss noch dies:

Hast du Lust in deinem Unterbewusstsein neuen Samen zu setzen und damit deine Ernte zu verändern? Dann wäre vielleicht folgendes eine gute Gelegenheit für dich:



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