Was bedeutet Pflegen

Was bedeutet Pflegen für dich? Viele Menschen meinen damit, für andere da zu sein. Das ist eine mögliche Betrachtungsweise. Hinter dem Begriff steckt aber viel mehr.


Die Herkunft des Wortes Pflegen ist nicht ganz geklärt. Was bekannt ist, wird in etwas so hergeleitet:

pleg–a–„sich für etwas einsetzen“ kann indogermanischen wie auch merowingischen Ursprungs sein, auch der Bedeutungsübergang von „sich für etwas einsetzten, einstehen für“ zu „sorgen, sich um etwas kümmern“ und „gewohnt sein“ ist nicht geklärt; zunächst wurde das Verb stark gebeugt, daher auch das Substantiv Gepflogenheit, Angewohnheit

Aus <https://www.wissen.de/wortherkunft/pflegen>


Pflegen meint umgangssprachlich:

  1. sich sorgend um jemanden oder etwas kümmern (häufig um einen anderen Menschen)

  2. zum Zweck der Erhaltung oder der Verbesserung eines Zustandes behandeln

  3. sich aus innerer Neigung (mit etwas) beschäftigen

  4. es sich gut gehen lassen, ausruhen

  5. regelmässig haben oder tun

Wir können also nach aussen andere Pflegen, für andere da sein. Das tun wir in der Regel oft und vergessen uns nicht selten dabei. Dieser Beitrag spricht von der eigenen Pflege, von dem, was wir für uns selbst tun können. Oft wird das auch mit dem Wort Selbstfürsorge umschrieben. Doch was ist Selbstfürsorge wirklich?


Das Wort Selbstfürsorge setzt sich zusammen aus dem Wort Selbst und Fürsorge.

Unter Fürsorge verstehen wir die freiwillige oder gar verpflichtende Übernahme der Sorge für eine andere Person oder Personengruppe. Darin enthalten ist die Sicherung des aktuellen Zustandes und der Wille für eine gute beziehungsweise bessere Zukunft zu sorgen. Auf sich selbst bezogen bedeutet das, ein auf die Zukunft ausgerichtetes Handeln, das Wohlbefinden und Gesundheit herstellt. Selbstfürsorge ist demzufolge die Fähigkeit Gesundheit zu fördern oder zu erhalten, Krankheit vorzubeugen und mit Krankheit umzugehen. Im Allgemeinverständnis fassen wir den Begriff etwas weiter und meinen damit auch, auf die eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Grenzen einzugehen.

In unserer Leistungs-Gesellschaft heisst Selbstfürsorge aber noch mehr. Es geht nicht nur darum, Zufriedenheit und Wohlbefinden zu stärken, sondern möglichst effizient zu bleiben und Belastungen zu reduzieren, um leistungsstark zu sein. Damit öffnet sich eine Spirale.


In einer Gesellschaft, die dem Individuum wenig Zeit einräumt zu träumen und sich selbst zu sein, werden individuelle Bedürfnisse, als Egoismus oder Selbstverliebtheit angesehen.


Selbstfürsorge hat allerdings nichts mit diesen beiden Begriffen zu tun. Es geht nicht darum, nur an sich selbst zu denken, sondern vielmehr darum, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse neben die der anderen zu stellen und als ebenfalls wichtig zu erachten. Selbstfürsorge ist verwandt mit anderen ähnlichen Konzepten. Aus meiner Sicht ist die Basis für ein erfülltes Leben dann gegeben, wenn wir nachfolgende Konzepte beherzigen und zwar in der hier aufgeführten Reihenfolge.

  • Selbstgewahrsein

  • Selbstwertschätzung

  • Selbstakzeptanz

  • Selbstvergnügen

  • Selbstliebe

  • Selbstverwirklichung

  • Makellosigkeit und Freiheit des Kriegers (im Rahmen meiner Möglichkeiten)

All diese Begriffe beschreiben innere Einstellungen zu einem selbst. Im alltagssprachlichen Gebrauch meinen wir mit Selbstfürsorge häufig ganz bestimmte Praktiken. Ein warmes Bad nehmen, sich eine Massage gönnen, eine heisse Tasse Tee trinken, eingekuschelt in einer warmen Decke sein und ein gutes Buch lesen, einen leckeren Wein geniessen. Es scheint logisch, dass diese Elemente zur Selbstfürsorge gehören und zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen. Aber Selbstfürsorge bedeutet mehr als sich im Aussen gutes zu tun.

Die Frage ist also, was wir für unsere eigene Pflege tun können, nebst den äusseren Dingen, die uns erfreuen und stärken. Langfristig werden uns die Dinge im Aussen nicht glücklich machen. Der Blick geht nach innen. Selbstfürsorge ist die innere Haltung, Verantwortung für sich selbst und sein mentales wie körperliches Wohlbefinden zu übernehmen. Damit das möglich wird ist Selbstgewahrsein notwendig.

Selbstgewahrsein meint, sich gewahr zu werden, was man gerade braucht. Ist das erst geklärt und ausgesprochen, so dürfen die eigenen Bedürfnisse wertschätzend angenommen werden. Durch die Annahme dieser entsteht über die Zeit ein neues Bild auf den eigenen Selbstwert und daraus kann sich dann Selbstakzeptanz entwickeln. Ist der Mensch dann noch in der Lage mehr und mehr Eigenverantwortlich zu handeln, so ist die Basis für eine gute Selbstfürsorge gelegt.

Wenn wir uns selbst als wertvoll empfinden, ungeachtet unserer Fehler und Makel, dann akzeptieren wir uns selbst. Und das führt dazu, dass wir uns selbst als wichtig genug erachten, um für uns zu sorgen. Nur wenn wir auch das Bewusstsein haben, dass wir selbst zu unserem Glück, unserem Wohlbefinden und unserer Gesundheit beitragen können, sorgen wir auch für uns selbst. Wenn ich denke, dass mein Wohlbefinden von anderen abhängt, sehe ich keinen Sinn darin, an meinen Themen zu arbeiten und mich einzubringen.

Selbstfürsorge setzt sich zusammen aus der Annahme, dass wir es wert sind, für uns selbst zu sorgen, und dass wir verantwortlich sind für diese Fürsorge.


Was kannst du konkret tun, um dich besser zu pflegen und deine Selbstakzeptanz zu stärken? Dazu einige Tools für den Alltag:



1. Glaubenssätze erkennen und benennen

Wann hast du zum letzten mal vor dem Spiegel zu dir selbst gesagt, dass du dich liebst? Ich meine so ohne wenn und aber, so voll und ganz? Und hast du dir dabei in die Augen geschaut? Und wie es in deinem Leben, nachdem gerade etwas gründlich schief gelaufen ist?

Nehmen wir folgendes Beispiel. Du möchtest einen Vortrag halten über ein Thema, für welches du innerlich brennst. Du ärgerst dich, weil du den Vortrag noch nicht gehalten hast. Innerlich sagst du dir immer wieder Sätze wie: "Ich bin nicht gut genug" oder "Ich brauche noch mehr Wissen, um vor Menschen zu stehen" oder "Ich bin nicht mutig genug". Der letzte Satz setzt dir richtig zu. Du möchtest nicht als "Weichei" dastehen. Dennoch wirkt der Satz innerlich.

Lege nun deine rechte Hand auf die linke Seite unterhalb des Schlüsselbeins und kreise mit den Fingern feine Kreise im Uhrzeigersinn. Dabei sagst du dir folgenden Satz:

"Auch wenn ich nicht mutig genug bin, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin".

Du machst das drei mal hintereinander. Du wirst feststellen, dass diese Affirmation über die Zeit einen wohlwollenden Umgang mit dir selbst stärkt.



2. Erkennen, welches Muster dahinter steckt

Menschen sind geprägt von ihren Weltbildprägern. Ich bin der Überzeugung, dass jeder Mensch die Welt komplett unterschiedlich wahrnimmt. Wenn wir unter Druck stehen und in Stress geraten, fallen wir zurück in die angelernten kindlichen Verhaltensweisen. Es gibt viele angelernte Verhaltensweisen. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Stress. Die ursächlichen Treiber dahinter sind aber wenige.

Wenn du in Stress kommst, schau hin, was dich Treibt und erlaube dir den Treiber loszulassen und zu akzeptieren, dass du perfekt genug bist für diese Welt und zwar genau so wie du jetzt bist. Dann erlaube dir den Treiber "abzuschalten".

Die wichtigsten Treiber sind:

  • Sei perfekt

  • Sei stark

  • Mach schnell

  • Streng dich an

  • Mach es allen recht

3. Eigenverantwortung stärken

Als erwachsener Mensch hast du die Fürsorgepflicht dir selbst gegenüber. Wer soll gut zu dir schauen, wenn nicht du selbst. Eigenverantwortung bedeutet also, dass wir die Verantwortung für das eigene Handeln oder Unterlassen von Handlungen und deren Konsequenzen übernehmen. Wir sind selbst dafür zuständig, Wohlbefinden und Gesundheit selbst herzustellen. Das Wichtigste was du tun kannst, um für dich zu sorgen ist "Nein sagen" wenn du nein meinst.



Nein sagen

Besonders Menschen mit einem starken „Mach es allen recht“ Treiber haben mit dem Wort „Nein“ Probleme. Es gehört zur Eigenverantwortung zu entscheiden, welche Aufgaben ich übernehmen und mit welchen Menschen ich mich treffen möchte. Das soll nicht bedeutet, dass es nicht wichtig und richtig ist, auch „Ja“ zu sagen. Aber nur dann, wenn es für dich stimmig ist.

Selbstbestimmt Nein zu sagen bedeutet die Konsequenzen „auszuhalten“.


Das richtige Mass finden

Selbstfürsorge bedeutet auf jeden Fall geniessen zu können. Aber Eigenverantwortung und damit eine gesunde Selbstfürsorge bedeutet auch das Gegenteil. Das bedeutet:

Natürlich darf mal eine Pizza anstelle eines gesunden Salates gegessen werden, aber anstelle einer weiteren Serienfolge oder Newssendungen im Fernsehen wäre eine Runde frische Luft sicherlich angebrachter. Selbstfürsorge bedeutet explizit nicht dauerhafte Entspannung und das Verschieben von Allem, was uns nervt.


Es ist das Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung, welches zu Wohlbefinden und der guten Pflege des eigenen Selbst führt.



Fazit

Selbstfürsorge setzt also ganz viel Selbstgewahrsein und Kompetenz voraus und bedingt ein "zu sich zu stehen" und dabei die Konsequenzen auszuhalten. Letztlich hat es mit Wahrhaftigkeit zu tun.

Selbstfürsorge ist eine innere Einstellung zu sich selbst und hilft uns, ein glücklicheres und erfülltes Leben zu leben. Es ist ein Akt der Balance zwischen Tun und Sein, zwischen Ein- und Ausatmen.

Und manchmal klappt es trotz allem Willen nicht. Dann kann dir der Weg über die Hypnose helfen. Dazu brauchst du keinen Fachmann, du kannst selber ganz wunderbar mit deinem Unterbewusstsein kommunizieren durch Selbsthypnose. Eine Anleitung dazu lernst du am Kurs



Ich ermuntere dich die Schritte die jetzt anstehen in deinem Leben zu machen und wünsche dir alles Gute auf deinem Weg.

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